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Kamera:
Jerzy Palacz, Bernhard Pötscher
Musik: Thierry Zaboitzeff
Ton: Clemens Loinger
Kameraassistenz: Hans Schranz, Mario Hopfgartner
Schnitt: Gerald Kreisel
Buch und Regie: Harald Friedl
Redaktion: Burgl Czeitschner, Franz Grabner
Abbildung: Das Filmteam in der Gondel am Klapfsee. (Foto: Johannes Schneider,
Tourismusbüro Obertilliach, Ost-Tirol.)
"Neugierig sein die Leut' im Lesachtal wohl." Die
Sprachwissenschafterin Regina Unterguggenberger aus Tscheltsch bei Liesing bringt einen
Wesenszug der Menschen in diesem abgeschiedenen Kärntner Tal auf den Punkt. Auch wenn sie
hinzufügt: "So wie überall wahrscheinlich." Aber nicht überall halten die
Menschen einen Feldstecher griffbereit, um zu beobachten, was rundherum geschieht. Das
Lesachtal, ein wunderschönes Stück Kärnten, hat mit seiner ausgewiesenen
Kulturlandschaft allerlei Eigenheiten zu bieten, die wohl einmalig sind. In seinem Film
"Diesseits von Afrika. Entdeckung Lesachtal" verknüpft Harald Friedl die vielen
Besonderheiten dieses Tales und seiner Menschen zu einer opulent gestalteten
Kulturdokumentation mit vielen Überraschungsmomenten - zu sehen in ORF 2 am Mittwoch, dem
8. Dezember, um 21.55 Uhr.
In seinem Film erzählt Friedl spannende Geschichten aus
dem Lesachtal, das vor einigen Jahren zum schönsten Tal Europas erklärt worden war, und
reiht sich damit ein die neue ORF-Reihe bildgewaltiger und außergewöhnlicher
Feiertagsdokumentationen der ORF-Hauptabteilung Kultur, in der bereits "Fürstliche
Schätze - Die Liechtenstein Saga", "Hinter den Fassaden - Die Wiener
Ringstraße" und "Der Mehlspeis-Adel" zu sehen waren. Da gibt es zunächst
einmal die geologische Besonderheit: Afrika beginnt in Kärnten.
Generationen von Geologen kommen aus allen Teilen der Welt
hierher, um den Verlauf der Periadriatischen Naht (wo die afrikanische und die
europäische Platte aufeinander stoßen) entlang der Karnischen Alpen zu studieren. Und
Fossilien machen deutlich, dass es dort, wo heute prachtvolle Berge - weiße und dunkle
für einen herausragenden landschaftlichen Reiz sorgen, einst ein Meer gab. Eine
andere Besonderheit ist der weitgehend unbekannte Bezug des Lesachtals zur Lagunenstadt
Venedig: Der gemeinsame Nenner ist das Holz, das in diesem Tal so reichlich vorhanden ist
und besonders haltbare Stämme abgibt, so dass ein Teil Venedigs auf Pfählen aus Kärnten
ruht. Früher wurden ganze Bäume zum Bau der prächtigen Palazzi benötigt, heute ist das
Lesachtaler Schnittholz besonders gefragt - zum Ausstatten venezianischer Bauten. Venedigs
Alltagskultur wird also immer noch vom Holz aus Kärnten mitgeprägt. Aber auch einer der
größten Künstler, die Venedig prägten, war mit dem Lesachtal verbunden: Tizian, der
Schöpfer großartiger Gemälde, war von Beruf Holzhändler.
Der Mann aus Pieve di Cadore, auf der italienischen Seite
der Karnischen Alpen, hatte ein Legat, um im Lesachtal Holz einzukaufen. Der einstige
Holzhändler fand in Venedig zu seiner wahren Berufung: Tizians grandiose Assunta, das
sieben Meter hohe Gemälde der Muttergottes in der Kirche Santa Maria Gloriosa di Frari,
prägte die bildende Kunst dank seines kraftvollen Rots und der Lebendigkeit der
Darstellung wie kein anderes Kunstwerk. Dieses Bild wurde oft kopiert - auch für die
Kirche des Klosters Maria Luggau, dem bekannten Wallfahrtsort im Lesachtal. Dieses lang
gestreckte Tal ist reich an religiöser Kunst. Vieles wurde von Künstlern geschaffen,
über die wir heute nichts mehr wissen.
Die Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Kirche von
St. Lorenzen vermag auch anspruchsvolle Kunstkritiker zu entzücken. Von der Malerei zur
Musik: Die Haselfichten des Lesachtals waren einst für ihren besonderen Klang höchst
begehrt. Der berühmte Geigenbauer Ägydius Klotz aus Mittenwald schätzte die
Klanghölzer des Lesachtals sehr. Und es heißt, dass sogar Wolfgang Amadé Mozart drei
Geigen besaß, deren Holz aus dem Lesachtal stammte. Historisch gewachsen ist auch die
Lebensart der Bewohner des Lesachtals. In diesem engen Tal mussten drei Volksgruppen
miteinander leben lernen: Zuerst waren die Slawen da, die sich an der Sonnenseite des
Tales niederließen. Danach kamen Zuwanderer aus dem Süden, zuletzt besiedelten Germanen
diesen Landstrich. [ORF-Info] |