Musikkritiken

Didi Neidhart, Rockhouse-Magazin, Rezension der Blaumarot-CD “hoaß, koid”
Nach dem ambitionierten und hochgelobten Tom Waits-Projekt wagen sich Blaumarot nun mit eigenem Material in die Zwielichtzone zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang.
[...] Harald Friedl trifft auch diesmal wieder ins Schwarze der Seele und der gekonnten sprachlichen Umsetzung unsagbarer Paradoxien, die das Leben nun mal so auf Lager hat, wenn der Geist, angeregt durch Spirituosen, auf Reisen geht.

Bernhard Flieher, Salzburger Nachrichten, Rezension der Blaumarot-CD “hoaß, koid”
Was dieses Land ausmacht, ist auf dieser CD zu hören. Blaumarot-Mastermind Harald Friedl stellt sich nicht hin, um es zu erklären. Er beobachtet genau und hat das Talent, seine Beobachtungen in lyrischen Versen hinzuschreiben, ihnen Melodie zu geben. Seine Beobachtungen (…) sind von tiefer Zuneigung geprägt. Sie geben pures Leben wieder. Ob es jenes verzweifelter Fragen ohne jede Gewißheit (Na und?) ist oder ob jenes voller erotischer Lust. Und er tut es mit einer Band, der man jederzeit anmerkt, daß sie, was sie tut, mit Leidenschaft tut. Aber gleichzeitig immer mit der nötigen Coolness, mit Distanz. (…) Und es ist jederzeit zu erkennen, daß diese Partie aus Könnern besteht.

Thomas Neuhold, “Der Standard”, über die Rockband Scheiblingseder
“Es gibt kaum ein Fest, bei dem so viele glückliche Menschen zusammen sind wie bei uns.” Harald Friedl, Sänger und Frauenschwarm der Salzburger Rockgruppe “Scheiblingseder”, übt sich nicht in Bescheidenheit. “Wir machen die Menschen glücklich”, sagt Friedl. Und das seit zwanzig Jahren.
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Manchmal dürfen sogar Gastmusiker wie Kurt Ostbahn oder Tim Finn (Crowded House) mitmachen. Ein Austauch, der auch in die andere Richtung funktioniert: Ostbanh hat sich beispielsweise Angerer samt Schlagzeug für seine “Trost und Rat”-Sendungen von den Salzburgern geborgt.
Das Erfolgsrezept der “Local heroes” ist einfach: qualitätvolle Klassiker der Rockgeschichte (…), die in die Beine gehen, keine Computer auf der Bühne, dafür aber viel Schweiß. Dazu kommt noch ein gutes Stück politisches Engagement. Ob für Radwege oder gegen die schwarz-blaue Bundesregierung.
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Bernhard Lichtenberger, Oberösterreichische Nachrichten, Konzertkritik von Blaumarot
`Blaumarot´[...] ist kein glatt geschliffener Edelstein. Ihre Mundartpoesie ist rau und wahrhaftig, der Blues grob und kehlig, der Rock schön dreckig und bodenständig, die instrumentalen Ausflüge Ufer überschreitend, von Weill wie von Tom Waits inspiriert. Mister Waits verehren sie mit kribbelnden Dialekt-Interpretationen. Und wie dieser, klauben sie ihre eigenen kleinen Geschichten von der Straße des Lebens auf.
(…) Dazu macht der Tastenmann Geri Schuller seinen Händen solche Beine, als hätten diese zuvor irgendwo lange Finger gemacht. Klaus Kircher zupft einen schleppend-verruchten Baß. Herbert Könighofer verbläst sich besessen in seine Saxophone und Robert Kainar ist ein Schlagzeuger mit Sinn fürs Fragile und ein Meister effektvoller Percussion.
Wer nicht dabei war, hat etwas versäumt!Wolfgang Fürweger, Tennengauer Nachrichten, Konzertkritik
Witzige, schräge, teils schlüpfrige Texte und Rhythmen, die zwischen Jazz, Blues und Rock hin und her wandern: die Musik der Salzburger Gruppe “Blaumarot” läßt sich mit einfachen Begriffen schwer beschreiben.
[...] Neben Friedl, der mit seiner ruppig-rauhen und doch feinen Stimme den Raum beherrschte, überzeugten noch Geri Schuller am Keyboard und Herbert Könighofer am Saxophon.”Christian Weingartner, Salzburger Nachrichten, Rezension der Blaumarot-CD “hoaß, koid”
“Mit punkigem Blues oder rockigem Swing gleiten BLAUMAROT schwerelos im All der alltäglichen Bedürfnisse. Erfrischend unkonventionell und wild. BLAUMAROT ist eine Musik für alle Sinne. Für den Rausch und den Wahnsinn, die Sehnsucht und die Verlorenheit. Die Sprache ist lyrisch und gewalttätig, arktisch und äquatorial. Nord und Süd. Beides muß in einer rauchgeschwängerten Spelunke zur Welt gekommen sein. Die neun Nummern auf der CD (hoaßkoid, EXTRAPLATTE 370-2) sind abwechslungsreiche Kost im österreichischen Dialektalltag.” Didi Neidhart, “kunstfehler”, CD-Rezension
“[...] die Lyrics zeigen vor allem bei den Nummern wie “Voi glondt” und “Internet Blues” (einer Cover-Version des Bronner / Qualtinger-Klassikers “Bundesbahnblues”) deutlich, daß Dialektrock auch jenseits der bekannten Größen ein eigenständiges Leben führen kann. Ein trunkener Seelenstrip zwischen Blues, Funk und Barhocker-Jazz.”

STADT:LEBEN, Monatsmagazin der Stadt Salzburg, CD-Rezension
“Dialektisch. (…) Besonders Sänger Harald Friedl ist dabei das Glanzstück gelungen, unvergleichliche Texte voll metaphorischer Weise in österreichische Dialekt-Idiome zu übertragen. Da geht es um Katakomben des Nachtlebens, um Leidenschaft und Aggression, um Selbstzerstörung und Euphorieräusche. Die Lieder sind fein, brachial bis makaber. Eines haben sie aber alle gemeinsam: einen Hauch von Poesie und den nötigen Schuß Ironie.” Oberlander Rundschau, Tirol, Konzertkritik über Blaumarot
“Nach vier Versuchen BLAUMAROT in eine Stilschublade zu stecken, geb ich´s auf: unmöglich! Jazz? Herbert “King” Könighofer mit seinem Saxophon und die anderen Bläser lenken den Sound ein bißchen in diese Richtung. Kritische Liedermacher? Harald Friedl, der Sänger, und die bemerkenswerten Texte gehören in dieses Genre. Selten die Beschreibung eines Geschlechtsaktes gelesen/gehört wie beim Titel “Voi glondt” – so direkt, so poetisch, so weit jenseits aller ordinären Ferkeleien, so überzeugend! Eigentlich zu intensiv für eine Veröffentlichung. Rockpoeten? Das sowieso!”

DECONSTRUCTING JOHNNY CASH
“Auf schmalem Grat zum Gipfelsieg! Balanceakt bravourös bestanden! Johnny Cash’s Songs, darunter so manches Monument der Musikgeschichte, wurden von Friedl, Angerer und Könighofer in ihre Einzelteile zerlegt , neu zusammengesetzt und erklangen in so sicher noch nie gehörter karger, sperriger Schönheit. Ich sage: Danke und Chapeau!”

Wolf Arrer, Programmchef des Rockhouse Salzburg